Durch Genuss zu mehr Kreativität und Innovation finden

Nadja Obenaus Genuss

Kommt dir folgende Situation bekannt vor? Du machst einen Spaziergang im Wald und plötzlich kommt dir  eine zündende Idee in den Sinn, die du unbedingt mit jemandem teilen möchtest. Ob mit dem Team oder Freund:innen ist egal, du brennst vor Kreativität und Innovationskraft. Die Ideen müssen sofort festgehalten werden, weil du sicher bist, dass sie sonst verrauchen.

Aber woher kommen all diese Ideen auf einmal? Während der Arbeit grübelst du manchmal tagelang, ohne weiterzukommen. Und jetzt flammt es einfach aus dem Nichts auf.

Das liegt ganz einfach daran, dass bewusste Auszeiten eine Quelle der Inspiration sind. Betrachten wir unseren aktuellen Arbeitsalltag, sei es im Homeoffice oder im Büro, geht es meistens um höher, schneller, weiter. Mehr Arbeit in weniger Zeit leisten zu müssen, die Aufgaben von abwesenden Kolleg:innen mal eben mitzuübernehmen, oder in der Selbstständigkeit dauerhaft erreichbar zu sein – das strengt an. Es zieht Energie und setzt uns unter Stress. Wir fühlen uns ausgebrannt, weil wir uns sozusagen konstant in einem „Fight or flight”-Modus befinden.

Auszeiten: Entschleunigung, Reflexion, Verbindung

Falls dir das bekannt vorkommt, ist jetzt genau die richtige Zeit, um zu entschleunigen. Das Leben wieder mehr zu genießen. Innerlich zur Ruhe zu kommen. Besonders während in der kalten Jahreszeit. Zünde dir gern eine schöne Duftkerze an und lese in aller Ruhe diesen Artikel. Jetzt ist die beste Zeit dafür.

Der Herbst ist aus spiritueller Sicht eine gute Zeit, um sich zu besinnen und um nach innen zu gehen. Das kannst du auch für dich und deine eigene Regeneration nutzen und dich wieder mehr mit dir selbst verbinden.

Das kann gelingen, indem du dir beispielsweise bewusste Oasen von Ruhe und Genuss schaffst. Wenn du dir Raum dafür schenkst, haben dein Körper und Geist Zeit zu reflektieren, was in den letzten Monaten passiert ist – und dafür, wieder mit neuer Energie und neuen Ideen durchzustarten. Oft unterschätzen wir, dass unser Körper und unsere Psyche diese Zeit der Reflexion und Verbindung brauchen, damit wir weiter vorankommen können.

In meiner Arbeit als systemischer Coach und auch durch meine persönlichen Erfahrungen, kann ich bestätigen, dass Auszeiten für Reflexion und Integration nötig sind, um sich selbst aufzuladen. Wie enorm wichtig es ist, Pausen und Genussmomente in meinen Alltag zu integrieren, habe ich am eigenen Leib erfahren. Denn diese Erholungsphasen sind es, die der Körper und auch das Immunsystem brauchen, um den alltäglichen Stress abzubauen. Genauso verhält es sich auch beim (Leistungs-)Sport.

Nadja Obenaus Genuss

Foto: Sandra Birkner Photography

Es ist nicht ratsam, aus dem Stand einen Marathon zu laufen. Im Gegenteil. Du bereitest dich eher Schritt für Schritt darauf vor und gibst deinem Körper die Zeit, die er braucht, um sich an die Anforderungen der 42,195 km anzupassen. Nur so kann er gesund bleiben und mit dir als Team agieren. Wenn du für einen Marathon trainierst, ist die Balance zwischen Aktivität und Ruhezeit essentiell für deine Leistung. Das kann ich durch meine langjährigen Erfahrungen als Triathletin bestätigen: Der Körper braucht Regenerationszeit – genau wie unsere Psyche.

Was Auszeiten mit „Liefern können” zu tun haben

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Ich persönlich bin kein Fan von diesem Begriff. Vielmehr bin ich der Meinung, wir dürfen am Weg zur Wissensgesellschaft, Leistungsfähigkeit langsam durch Genussfähigkeit und „leisten“ durch „liefern“ ersetzen.

Denn wer wirklich fähig ist, zu genießen und sich regelmäßige Momente der Ruhe und Reflexion zu schenken, der kann auch liefern. Damit meine ich nicht 24/7 zu ackern, um dann eine Woche ausgelaugt auf der Couch zu liegen. Es geht beim Liefern vielmehr darum, im Flow, also intrinsisch motiviert zu handeln und ins Tun zu kommen – solange es guttut.
Es macht einen riesigen Unterschied, ob du dich ausgelaugt fühlst und es dir sonntags schon vor der Woche graut, oder ob du regelmäßige Pausen in deinen Alltag integrierst, die du bewusst erlebst und mit einem Gefühl von ,endlich Montag‘ in die Woche startest. Momente, in denen du deine Batterien auftankst und mit allen Sinnen genießt.

Viele Menschen verbinden Pausen mit Nichtstun. Aber Pausen sind nicht „Nichtstun“. Auch wenn du Pausen machst, ist das eine Form der Produktivität. Sie findet nur auf einer anderen Ebene statt. Du kannst Kraft schöpfen, indem du Pausen aktiv gestaltest, dir Auszeiten nimmst, anstatt sie geschehen zu lassen, wenn kein Termin stattfindet.

“Auch wenn du Pausen machst, ist das eine Form der Produktivität.”

Lass mich kurz erzählen, wie ich zu all diesen Erkenntnissen gekommen bin und diese heute an meine Coachees weitergeben darf.

Wie ich durch Genusstraining anti-fragil wurde

Es gab eine Zeit, in der ich selbst in einer schweren gesundheitlichen Krise steckte und absolut nicht leistungsfähig war. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch eine klassische IT-Beraterin, allerdings durch verschiedene Umstände nicht glücklich in dieser Rolle. Aus dieser dunklen Phase half mir ein Coaching heraus. Ich glaube, es war die zweite Session, in der wir gemeinsam meinen Lebenssinn erkundeten. So fand ich heraus, dass ich selbst Coach werden und internationale Teams ins Liefern bringen wollte. Menschen und ihre komplexen Persönlichkeiten miteinander verbinden und etwas Großartiges, Neues dadurch entstehen zu lassen.

Nachdem ich mich gesundheitlich erholt hatte, beschäftigte ich mich viel mit Resilienz und später auch mit Antifragilität.

Resilienz ist laut Wikipedia der Prozess, in dem Personen auf Probleme und Veränderungen mit Anpassung ihres Verhaltens reagieren. Im Gegensatz dazu beschreibt der Autor Nicholas Taleb Antifragilität als weitaus zukunftsfähiger: „Antifragilität ist mehr als Resilienz oder Robustheit. Das Resiliente, das Widerstandsfähige widersteht Schocks und bleibt sich gleich; das Antifragile wird besser […] Antifragilität hat die einzigartige Eigenschaft, uns in die Lage zu versetzen, mit dem Unbekannten umzugehen, etwas anzupacken – und zwar erfolgreich –, ohne es zu verstehen.”

Im beruflichen Kontext warfen meine Erkenntnisse für mich weitere spannende Fragen auf. Zum Beispiel, welche Rolle Resilienz und Antifragilität in Bezug auf die Lernfähigkeit von Organisationen spielen. So recherchierte ich weiter und stieß immer wieder auf den Begriff ‚Wohlbefinden‘.

„Wir entwickeln uns in die Richtung der Fragen, die wir stellen.“

In diesem Zuge informierte ich mich über entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten. Bei meinen Recherchen stieß ich auf das Thema Genussfähigkeit und erlangte die Erkenntnis, dass Genussfähigkeit tatsächlich die Grundlage für Leistungsfähigkeit ist. Damit beziehe ich mich nicht auf leistungsgesellschaftliches Denken. Es geht vielmehr darum, handlungsfähig zu bleiben und mit mehr Innovationskraft und kreativen Impulsen ins Tun zu kommen. Privat UND beruflich. In dieser Phase entdeckte ich die Ausbildung zur Genusstrainerin, die ich daraufhin in Nürnberg bei Jutta Kamensky absolvierte.

Die Vision „Genießen lernen zur Prävention der mentalen Gesundheit“ entfachte ein Feuerwerk in mir. Wenn Genussfähigkeit die Grundlage für Lieferfähigkeit in einer hochkomplexen Welt ist, dann ist Genuss auch eine Art von Zugang, um Komplexität antifragil zu begegnen. Zumindest hat die Ausbildung zur Genusstrainerin einen großen Teil zu meiner eigenen Heilung und Transformation beigetragen, aus der ich, so viel ist sicher, anti-fragiler hervorgegangen bin.

„Im Zuge jeder Weiterbildung lerne ich nicht nur unheimlich viel dazu, sondern verarbeitete ich auch eigene Themen.“

Als d-Coach bin ich mittlerweile international unterwegs und mache mich stark für eine Unternehmenskultur, die digitale Kollaboration fördert und die persönliche Gesundheit sowie die Weiterentwicklung ihrer Teilgebenden gleichwertig im Blick hat, wie den Aufbau digitaler Strukturen.

Auch heute noch ist täglicher bewusster Genuss ein wichtiger Motor für meine mentale und körperliche Gesundheit und sorgt dafür, dass ich kreativ und innovativ bleibe.

So lässt sich Genuss in den Alltag integrieren

Beim Genusstraining steht das Thema Selbstfürsorge ganz vorne. Zum einen geht es darum, was wir von außen bekommen. Zum anderen, was wir uns regelmäßig selbst geben können, um in die Selbstfürsorge zu kommen und um aus der Fülle heraus zu agieren bzw. unser volles kreatives und schöpferisches Potenzial auszuschöpfen.

Es geht darum, sich mit allen Sinnen zu beschäftigen, sich wieder zu besinnen. Welche Jahreszeit wäre dafür besser geeignet als der Herbst und der Winter?

Klingt toll, aber du fragst dich, wie das im Alltag realisierbar ist? Es ist einfacher als du denkst, dir Genussmomente im Alltag zu erschaffen. Und zwar, indem du aktiv deine Sinne nutzt und dich so mit deinem Körper verbindest.
Wikipedia beschreibt Genuss wie folgt: „Genuss ist eine positive Sinnesempfindung, die mit körperlichem und/oder geistigem Wohlbehagen verbunden ist. Beim Genießen wird mindestens ein Sinnesorgan erregt…”.

So einfach wie es klingt, ist es auch. Du kannst bewusst deine ganz individuellen Genussmomente kreieren. Dazu ist es zunächst wichtig, dass du dir die Erlaubnis für den Genuss gibst. Die meisten Menschen müssen erst nach und nach verinnerlichen, dass sie sich solche Auszeiten ohne schlechtes Gewissen gönnen dürfen. Auch und besonders dann, wenn die To-do-Liste noch nicht vollständig abgehakt ist.

Hier eine kleine Anregung für den Alltag:

Nadja Obenaus Genusstrainerin

Foto: Sandra Birkner Photography

Genieße bewusst eine Mahlzeit und verbinde dich dabei wieder mit deinen Sinnen. Sei mit den Gedanken ganz bei dem, was du tust: Essen, kauen, schmecken, riechen und beobachten. Schmeckst du die Süße von Tomaten, die Herbe der Kräuter, oder die Knusprigkeit des frischen Brotes, und wie all dies zu einer wunderbaren Einheit des Geschmacks verschmilzt? Nimm mal bewusst den Duft wahr, der um deine Nase weht und freue dich auf jeden Bissen des leckeren Gerichts. Spüre sprichwörtlich, wie dir dein leckeres Essen auf der Zunge zergeht.

Gesundheit ist und bleibt unser höchstes Gut und es ist deine  Aufgabe, gut für dich selbst zu sorgen. Es wird niemand kommen, der es dir abnimmt. Nur, wenn deine Batterien voll sind, kannst du zum Beispiel als Elternteil oder auch als Führungsperson gut für andere da sein.

Dank Genuss wieder ins Liefern kommen

Lerne also, mit dir selbst zu kommunizieren und fragen dich: Wann kann ich liefern? Was brauche ich, um liefern zu können? Wie kann ich das in den Alltag integrieren?

Gönne dir Genussmomente, integriere diese in deinen Alltag und du wirst mühelos ins Liefern kommen. Denn wie zu Anfang beschrieben, sind dies die Momente, in denen neue Ideen geboren werden können – ganz ohne Stress und Druck.

Deshalb mein Appell an dich: Schaffe dir Momente, ganz für dich allein. Abschalten. Ausruhen. Sport machen. Dich mit besonderen Düften umgeben, neue Geschmäcker entdecken, oder barfuß durch eine Pfütze laufen. Wie du genießt, bleibt dir selbst überlassen.

Als Genusstrainerin möchte ich dir noch mit auf den Weg geben: Genieße mit allen Sinnen und entdecke deine natürliche Freude am Genuss wieder. Komme in Verbindung mit dir selbst als Quelle der Inspiration und Kreativität. Dann werden die Ideen nicht nur sprudeln, sondern mit Leichtigkeit im Alltag entstehen und ein Feuerwerk der Kreativität entfachen. Du hast es verdient, für etwas zu brennen, statt dich selbst auszubrennen.

Wenn du dir Begleitung auf diesem Weg wünschst, dann empfehle ich dir von Herzen mein Genusstraining. In 8 Wochen lernst du in einer Gruppe von Gleichgesinnten auf einer aufstrebenden E-Learning-Plattform und hast am Ende dein ganz persönliches Genusspaket für ein antifragiles und genussvolles Leben geschnürt.
Alle Infos dazu findest du hier.